Dienstag, 6. Oktober 2009

Things gettin serious

Heute vormittag war hier ein Meeting. Mit dabei waren u.a. der Bereichsleiter fuer die Finanzierung der EPA Verhandlungen (EDF), Delegierte der Europaeischen Commission, Weltbankmitarbeiter, die Directors der Ministerien fuer Finanzen, Bergbau, Handel, Entwicklung und ICKE(!!!). Das waer doch mal ne gute Idee seinen Anzug anzuziehen Herr Bernhardt. Leider habe ich erst heute morgen erfahren, dass ich da hin darf und hatte ihn leider nicht dabei. Ich war also der einzige ohne Anzug (und dann noch Dreads). Egal, ich hab trotzdem n Namensschild bekommen und einige Leute haben sich mir trotzdem vorgestellt und ich durfte trotzdem am kostenlosen Buffet zuschlagen und ich durfte trotzdem was sagen ueber Mirko, den jeder Teilnehmer musste sich vorstellen. Ich also ganz souveraen mit zitternden Haenden: Bjoern Bernhardt, Malawi Economic Justice Network. Das Meeting war eigentlich ganz spannend, auch wenn ich in der ersten halben Stunde vor Aufregung weniger auf den Inhalt geachtet habe. Danach haben micheinige nette Herrschaften vom Handelsministerium ins Buero gefahren. So soll das sein.
Ansonsten ist zu sagen, dass Josephs Frau gestern aus Jo’burg wieder gekommen ist, seitdem ist es sehr laut zu Hause, den sie scheint eine sehr lebnslustige Frau zu sein, die sehr viel und sehr laut redet und lacht. Und ansonsten Dank ich dem Jense fuer Angebot und wertvollem TippJ
PS: In dem Haus wohne ich:

Probleme eines Binnenlandes

Bevor ich nach Malawi gekommen bin, war mir zwar klar, dass es sich hierbei um ein Binnenland handelt und dass Malawi eine geschwindend geringe Industrie hat und auch die landwirtschaft sehr beschraenkt auf einzelne Produkte ist (Tabak, Tee, Baumwolle fuer den Export, Mais und etwas Reis fuer die Nahrungsversorgung). Was mir damals aber nicht im Kopf herumschwirrte ist, dass alle anderen Produkte ja importiert warden muessen. Dies geschieht hauptsaechlich auf dem Landweg ueber Strassen. Das Eisenbahnsystem ist eher mau und die Versorgung ueber den Wasserweg (das sogenannte Shire-Zambezi-Projekt steckt noch in den Kinderschuhen, vor allem, weil an diesem Projekt, welches Zambia und Malawi via Mozambique ueber den Wasserweg mit dem Indischen Ozean verbunden soll, auch andere Laender beteiligt sind, die es damit nicht so eilig haben, weil sie einen eher geringen Nutzen davontragen).
Die meisten Lebensmittelimporte kommen aus Suedafrika, ich schaetze mit einem Lastwagen braucht man 30h von Lilongwe nach Jo’burg. Die Strassen sind schlecht, die Fahrer muede usw.. Das heist, dass alles Kosten sind, die im Endeffekt auf den Endpreis draufgeschlagen werden. Deshalb ist meine anfaengliche Meinung, dass die Lebensunterhaltungskosten hier viel guenstiger sind, vollkommener Quatsch. In Wirklichkeit ist hier alles genauso teuer,wenn nicht sogar noch teurer. Mal ein paar Beispiele aus dem Lebensmittelbereich: 4 Aepfel kosten 1Euro, 4 Orangen kosten 1,50Euro, ein Brot kostet 1Euro, 250g Magarine kosten zwischen 1,50 und 2 Euro, 1L Wasser kostet 0,75Euro. Diese Liste kann man ewig weiterfuehren.
Die meisten industriellen gueter kommen entweder auch aus RSA oder ueber den Indischen Ozean ueber Tansania oder Mozambique, deshalb sind auch diese mindestens genauso teuer. Ich habe gelsen, dass 54% aller Produktionskosten in der Industrie hier in Malawi Transportkosten sind…Benzin kostet z.B. 1,20Euro pro Liter
Bisher hab ich nur 3 Dinge gefunden, die billiger sind: Nsima, Tee und meine Handysimkarte, die hat mich 1,50Euro gekostet inclusive Guthaben

Montag, 5. Oktober 2009

Unterkunft, Nsima und das erste Wochenende

Unterkunft, Nsima und das erste Wochenende
Bevor ich hierher gekommen bin, hab ich ja immer gesagt, dass ich nicht viel brauche fuer meine Unterkunft. Ein Raum und ein Bett genuegt mir vollkommen. Am Freitag bin ich also mit Felix herumgefahren. Das war auch mein erster Kontakt mit dem real life, denn unsere Tour ging immer schoen durch die townships. Dort sieht es genauso aus, wie man sich das so vorstellt, ungeteerte Strassen, winzige Huetten, teilweise ohne Fenster, tausende von Menschen in Gruppen versammelt auf der Strasse. Und alle starren uns nach. Erstens ist das Auto von MEJN ein ganz gutes, zweitens sass ein weisser drinne. Die Unterkunftsmoeglichkeiten waren entweder noch teurer als 2000MK pro Nacht oder ausgebucht. Wir haben ganze 2 Unterkuenfte gefunden, die noch Platz hatten. Eins war ein anglikanisches Priesterseminar, woe in Minibett 750MK pro Nacht gekostet haette, aber ohne Essen, Kueche, Bad, Restaurant und ausserdem bestand ein Zimmer aus 2 Betten und die haben drauf bestanden, dass ich dann auch 2 Betten bezahle. Das andere war ein Motel dort hat ein Zimmer zwischen 900-1200MK pro Nacht gekostet. Das sah im ersten Moment ganz gut aus, aber es war wirklich nur ein kleines, dreckiges Zimmer und ein versuefftes Bett. Die sanitaeren Einrichtungen waren am Ende eines Ganges. Duschen bzw ein Rohr in der Wand, aus dem Wasser kommen sollte, und Kos, bzw ein Loch im Boden. Da wurde mir dann doch ganz anders, deshalb beschloss ich in meiner jetzigen Unterkunft, bei Joseph, zu bleiben. Den Standard fuer das Geld bekommt man sonst nirgendwo in Malawi als Europaeer. Also heist es fuer mich sparen, denn Malawi ist teuer (siehe Eintrag “Probleme eines Binnenlandes”). Wer mir also n Kredit oder n Grant geben moechte, schreibe mir bitte an rasbjoerne@web.de

Dann habe ich jetzt endlich zum ersten Mal Nsima gegessen (Maismehl und hier das Essen ueberhaupt). Bisher wurde mir immer etwas anderes vorgesetzt, weil man wohl meinte, der feine Herr Europaeer ist das nicht. Ich hab aber gesagt, dass ich auch Nsima esse und das auch mit der Hand. Also ehrlich zugegeben, schmeckt er mir nicht so, schmeckt so nach gar nichts, und das essen mit der Hand war auch noch etwas kompliziert. Die Malawier rollen kleine Portionen Nsima immer zu ner Kugel und tunken sie dann in Sosse, Gemuese oder Fleischbeilage. Bei mir hat das nicht so geklappt, sodas mein Teller aussah wie ein Schlachtfeld. Naja war ja das erste Mal.

Dann habe ich jetzt auch mein erstes Wochenende hier verbracht. Louis, Project Manager von MEJN, meinte, dass er mir n paar Plaetze zeigt. Ich hab mir vorher so schoen ausgemacht, dass ich 3 Monate lang nichts trinken werde. Aber daraus wurde nichts, denn die Plaetze waren allesamt Bars. Kleine Raeume mit nichts, ausser ne Kuehltruhe und nem Fernseher. Und so haben er, 2 Freunde (beide Journalisten) dann den Abend verbracht. Unsere letzte Bar war dann ‘False Estate’ ihre Lieblingsdiskussionsbar. Und dort wurde dann auch noch diskutiert. Es wurde ziemlich laut, hektisch, mit Haenden und Fuessen und alle durcheinander. Zum Glueck extra fuer mich auf Englisch. Es ging um Ethnizitaet, Politik und Malawi allgemein. Collins, den ich schon oefter im Buero gesehen habe, hat mich dann spaet abends nach Hause gebracht. Das fand ich sehr gut, den er war der einzige der noch nuechtern war. Collins ist uebrigens der Gruender von MEJN und hat dann dort irgendwann aufgehoert, weil es ihm zu wenig war. Er hat dann in Washington und London gearbeitet (im Finanzbereich), dieses Jahr in Deutschland seinen Doktor gemacht (wobei er auch mit Horst Koehler gespeist hat) und ist dann zurueck gekehrt nach Malawi. Irgendwann wird er sicher mal auch Praesident. Es waere wuenschenswert fuer Malawi.

Ansonsten gehts mir gut, und ich habe festgestellt, dass Sonntage ueberall gleich sind…

Freitag, 2. Oktober 2009

Unterkunft? Ja, aber...

Oh man, das Internet ist hier dermassen langsam, das gibts gar nicht…fuer uns Europaeer. Um eine Internetseite zu laden braucht man mindestens 10minuten. Um 2 mails zu schreiben, eine Stunde. Also schreibe ich diesen Eintrag offline, um ihn dann morgen (quasi jetzt) einzufuegen. Auch wenn ich auch schon zum zweiten Mal schreibe, denn grade erlebe ich meinen ersten Power Cut…Ich kann nur mit Hilfe eines Generators weiterschreiben. Apropros, wer kann sich denn soetwas leisten. Der Herr Joseph, bei dem ich gerade wohne. Ich habe die Moeglichkeit hier die ganze Zeit zu wohnen. In einem sehr grossen Haus in einer der besten Gegenden, mit eigenem Bad auf dem Zimmer und Blick auf den Praesidentenpalast. Hier gibt es sowohl Gaertner, als auch Wachmann und Dienstmaedchen. Aber dafuer moechte der Joseph auch 2000MK pro Tag, das sind ca 10Euro. Wenn man das mal hochrechnet, bin ich ja arm, before di year done. Ausserdem ist er mir irgendwie unsympathisch. Ich kann nicht sagen wieso, er und seine Familie sind immerhin sehr nett zu mir. Aber er ist ein ziemlicher Angeber. Momentan ist die gesamte Strasse dunkel , nur hier nicht, dank des Generators… Er ist auch der dickste Malawier, den ich je gesehen habe. Normalerweise, wenn man das so sagen darf, sind die Malawier ziemlich klein und schlank, er ist klein und dick. Was er macht, hab ich nicht so richtig verstanden. Aber ich denke, es hat mit Schwarzmarkt zu tun… Auf jedengall habe ich alle gebeten fuer mich weiterzusuchen. Nach etwas kostenguenstigeren. Das wird aber nur widerstrebend gemacht, weil man meint, dass ich woanders nur ausgeraubt werde. Ich meinte, dass ich bereit bin dieses Risiko einzugehen. Mal sehen.
Ansonsten habe ich noch nicht so viel zu tun, weil noch niemand richtig weiss, was ich denn machen soll. Also verbring ich die Zeit damit intelligente Texte zu lesen und zu hoffen, dass bald auch mal ne Aufgabe fuer mich anfaellt.
Heute bin ich hier auch zum ersten mal mit dem Minibus gefahren. Das war schon was anderes als in Botswana, denn dort waren die Minibusse schon voll, hier sind sie doppelt so voll, und ich habe echt viel Platz eingenommen, da ich ja nun mal der Groesste bin und fuer meine Beine etwas mehr Platz brauche. Trotzdem war es ein schoenes Abenteuer. Die Leute freuen sich immer so, wenn ein Weisser mit ihnen im Minibus faehrt.
So jetzt heisst es mit Felix in der Gegend rumfahren und Wohnungen angucken.
PS: Wer moechte kann mich auch anrufen. Ich weiss aber nicht wie teuer das so ist. Meine Nummer: 265993803840

Mittwoch, 30. September 2009

Finally me reached

Bekloppterweise wurde grade alles, was ich in der letzten Stunde geschrieben habe geloescht. Deshalb noch mal die Kurzfassung.
Flug war gut, ausser, dass mein Unterhaltungssystem nicht funktionierte.
Gepaeck kam auch an.
Ich bin schon wieder die Attraktion Nummer 1. Alle wollen einem weissen mit Dreads die Hand schuetteln, mit mir reden, hallo sagen. Selbst Polizisten.
Alle hier sind super freundlich...
Ich wurde natuerlich nicht abgeholt und hab noch keine Bleibe, da es ein Kommunikationsproblem zwischen den Mitarbeitern gab und keiner,, ausser der Chef, der ja in Genf ist, wusste, dass ich komme.
Wurde durch einen gluecklichen Zufall aber doch abgeholt und hab letzte Nacht in einem Hotel genaechtigt. Und hab da schon n Schock bekommen, weil ich dachte, dass das meine Bleibe fuer die naechsten drei Monate sein soll. Kostete naemlich 40Dollar. War aber nur fuer eine Nacht.
Heute dann mein erster Arbeitstag. Der Programm Director hat mir erstmal die Organisation erklaert, ich hab noch nicht alles verstanden. Jetzt wird mir ein Schreibtisch besorgt. Ich arbeite im Bereich "Entwicklung durch Handel"...
Von links bruellt mir der Ele ins Ohr, von rechts ein openair Prediger.
Bin gespannt, wo ich heute schlafe, ob ich schon ne dauerhafte Unterkunft habe, immerhin suchen alle fieberhaft danach.
Soweit die Kurzfassung

Montag, 14. September 2009

New Dandy-Style

aka How mi look?


Wie überall wird auch in Afrika auf das Äußere geachtet. Wer das Geld hat, zeigt es auch. Dies kann mit Statussymbolen wie Handys, Autos und eben auch Kleidung geschehen. Besonders die sich langsam entwickelnde Mittelschicht legt oft wert auf einen gepflegten Kleidungsstil.
Und da MEJN viel mit regierungspolitischen Maßnahmen zu tun haben (Evaluation, Umsetzung, Vorschläge für/von Projekten), werden sicherlich auch viele Konferenzen und Seminare stattfinden. Immerhin reist der Chef mal einfach so nach Genf für ne Konferenz. Bei solchen Anlässen gibt es gutes Essen, kalte Getränke und sicherlich auch spannende Inhalte. Um dabei zu sein und um mich kleidungstechnisch etwas anzupassen, habe ich mir einen Anzug gekauft. Dabei möchte ich erwähnen, dass meine Oma viel dazu beigetragen hat, denn ursprünglich wollt ich mir einen von Humana zusammenstellen, aber die Oma meinte, dass es bei C&A schon komplette Anzüge um die 30€ zu erstehen gibt. Also bin ich hin und nicht mit leeren Händen zurück. Seht selbst:



Dieser ganz wunderbare dreiteilige Anzug hat übrigens 35€ gekostet, nachdem er von 80€ heruntergesetzt wurde.
Und das Beste ist, den Kleiderbügel durfte ich auch behalten...

Mittwoch, 9. September 2009

Es rückt näher

uiuiui, wenn ich so auf den Countdown rechts gucke, dann werde ich schon langsam aufgeregt. Lang ists ja nicht mehr hin. Weiß gar nicht, wie ich noch alles schaffen soll, Hausarbeit, nach Wien fahren, die neue Mitbewohnerin begrüßen, Zimmer ausräumen, feiern, wählen...
Zumindest bin ich beruhigt, dass die Herrschaften von MEJN tatsächlich mit mir rechnen... Nach dem niemand auf meine Mail von letzter Woche reagiert hat, in der stand, wann ich ankomme, habe ich gestern nun eine Antwort vom Chef erhalten.
Darin bedauert er, dass er am Tag meiner Ankunft das Land verlässt, um nach Genf zu fliegen. Wird bestimmt ein wichtiges Meeting bei der UN sein. Ich habe auch schon versucht heraus zu finden was für eins, aber hab nichts richtiges gefunden.
Naja, jedenfalls kommt mich jemand vom Flughafen abholen, das passt mir schon sehr gut in meinen Krimskram.
Eine Unterkunft für mich ist wohl noch nicht gefunden, aber aus der Mail habe ich heraus gelesen, dass die Suche bisher eher lasch genommen wurde und nun intensiviert wird.
Notfalls muss ich halt erstmal bei einem der Mitarbeiter unterkommen. Die Malawis sollen ja so gastfreundlich sein.
Das hat mir gestern Leo, ein junger Tansanier, bestätigt. Er hat sich sehr gefreut, dass ich nach Malawi gehe und meinte, dass wäre sein Lieblingsland in Afrika. (Noch vor Tanzania???). Er meinte auch: "Tanzanian People are very hospitable, but dem never reachthe hospitable of de Malawi People".
Außerdem hat er mir noch ein zwei Tipps mit auf den Weg gegeben. Ich sollte nicht im Lake Malawi baden gehen, es sei denn ich trage ein Kondom, wegen der vielen Bakterien im Wasser. Und ich solle unbedingt Malawi Gold probieren. Was das nur sein kann...