Donnerstag, 19. November 2009

man bin ich muede

Kaum hat man mal etwas zu tun, da ueberstuerzt sich die Arbeit und man muss Nachtschichten einlegen. In einem Team-Meeting am Montag wurde beschlossen, dass die Reporte ueber unsere Arbeit in den Distrikten bis Mittwoch Mittag fertig sein sollen und zum DoP geschickt sein, damit er sie durchlesen kann, bevor sie weitergehen zum Chef. 2 Tage also, ansich eine machbare Aufgabe. ABER dann wurde ich auch noch ausgewaehlt einem Workshop beizuwohnen, den ich nicht verpassen wollte. Ich durfte naemlich weitere wichtige Personen kennen lernen. Der Workshop hatte das Thema: “Sanitary and Phytosanitary Agreements and technical Barriers to Trade” und wurde von einer tuerkischen Vertreterin der WTO im Ministerium fuer Handel durchgefuehrt. Mein erstes Mal also, dass ich ein Ministerium betreten habe und dann war der Konferenzraum auch noch in der vierten Etage, ich war mal hoeher als Paterre, da hab ich direct ueberlegt Hoehenangst zu bekommen, aber weil ich vorher ja auch keine hatte, habe ich es gelassen. Der Workshop war von Dienstag bis Mittwoch und ganz spannend, wenn auch ziemlich technisch. Ich war der einzige Vertreter der malawischen Zivilgesellschaft….der Rest der Teilnehmer kam von Regierungsorganisationen. Es waren aber nur 10 Teilnehmer insgesamt. Ich glaube, das lag daran, dass es zwar sehr bequeme Sessel gab (die bequemsten, die ich bei den bisherigen Meetings erleben durfte), aber weder Snacks noch Softdrinks und erst recht kein Mittag. So was hab ich ja noch nie erlebt hier…Da sieht man mal, dass das Ministerium kein Geld dafuer hat.
Das grosse Problem war nun aber, dass ich ja auch meine Auswertungen beenden musste, also habe ich einen Laptop geborgt bekommen und konnte meine Arbeit zu Hause beenden. In einer schlaflosen Nacht voller Arbeit (was ohne Strom manchmal ziemlich schwierig ist, wegen wach bleiben in der Dunkelheit und Akku) habe ich es dann tatsaechlich bis Mittwoch geschafft meine Auswertungen zu beenden. Und dann komme ich heute ins Buero und die anderen Teams, die im Norden bzw Sueden waren, arbeiten immernoch ganz gelassen an ihren reporten. Auch deadlines warden halt eher als so ne art richtlinie gehandelt…na toll.

Die Stromausfaelle hier werden uebrigens immer regelmaessiger und haeufiger. Als ich hier ankam, gab es ein bis zweimal in der Woche keinen Strom. Das hat sich gesteigert bis zu taeglichen Stromausfaellen. Und seit letzter Woche gibt es sogar zweimal taeglich einen Stromausfall. Das macht natuerlich ungeheuer spass, wenn man grade in einem Internetcafe sitzt und n ewiglangen Blogeintrag schreibt und dann alles weg ist…Escom (der hiesige Stromanbieter) hat sogar seine Mitarbeiterweihnachtsfeier abgesagt...Im letzten Jahr haben sie zu Weihnachten ne Party fuer die Mitarbeiter im Wert von 300.000Euro geschmissen. Das kam bei der restlichen Bevoelkerung mit ihrem minimalem Zugang zu Elektrizitaet natuerlich super an.

Auch die Treibstoffkrise ist trotz des Kredites noch nicht vorbei, weshalb unser generator auch stumm bleibt. Wenn es ein Geruecht gibt, dass eine bestimmte Tankstelle eine Treibstofflieferung bekommt, dann stehen da spontan Tausend Fahrzeuge Schlange und wenn dann tatsaechlich eine Lieferung kommt, ist sie innerhalb weniger Stunden wieder alle. Ein ganz sympathisches Mitglied des Parliaments hat uebrigens gefordert, dass Politiker bevorzugt werden sollten, weil es ja ehrenwerte Personen sind und man nicht verlangen kann, dass sie sich zu den anderen in die Schlange gesellen.
Ich hoffe nur, dass die Busse auch etwas abbekommen vom knappen Treibstoff, denn ich moechte am Wochenende nach Blantyre reisen, die Wirtschaftshauptstadt des Landes, alles was wichtig ist, befindet sich in Blantyre.

Wie ich schon erwaehnt habe liegt das an einer akuten Knappheit von Devisen im Land, sodass Malawi nichts importieren kann. Heute steht dazu ein interessanter Artikel in der Zeitung, der hinterfragt, wo denn die ganzen Devisen sind, denn gerade hat hier die verkaufssaison vom Devisenbringer Nummer 1 (Tabak) geendet, ausserdem sind die diesjaehrigen Exporteinnahmen um 100% (30Mrd MK)gestiegen, wohingegen die Importkosten nur um 23Mrd MK gestiegen sind. Und die Hauptimporte Duenger und Treibstoff sind fast 50% billiger als im vergangenen Jahr, sodass sie die Importkosten viel weniger belasten duerften. Trotzdem gibt es keine Devisen. Aber wo sind sie? Beziehungsweise: Wer hat sie? Hierbei sei angemerkt, dass Malawi sich in der internationalen korruptionsliste in diesem jahr um 25Plaetze verbessert hat...

Das Gewinnspiel ist uebrigens beendet. Ein Flasche KucheKuche geht an den Herrn Papa. Der beruehmteste Deutsche ist Michael ballack und mit Voxwahn ist ein Volkswagen gemeint. Ich gebe zu, dass ich ihm etwas geholfen habe, Aber nach all seinen Ausgaben in diesem jahr hat er sich den Preis wirklich verdient.

Zum Schluss noch der aktuellste Geburtstagsgruss: Alles Liebe zum Geburtstag und ne schoene feier lieber Patrick (gemeint ist mein Cousin)

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